
Kelterer rechnen mit sehr guter Ernte / Ernte als wichtiger Beitrag zu Naturschutz und nachhaltigem Konsum / Verbands-Kampagne „Äpfel gehören ins Glas" ist Bestandteil des 3. Hessischen Tages der Nachhaltigkeit
Für die Mitglieder des Verbandes der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien e.V. und Streuobstwiesenbesitzer beginnt jetzt wieder der sportliche Teil des Jahres: In den hessischen Regionen Taunus und Wetterau, Vogelsberg, Spessart und Odenwald sowie im Frankfurter Umland ist die Apfelernte seit Anfang des Monats in vollen Gange. Damit können sich alle Apfelweinliebhaber auf einen neuen, spritzigen Jahrgang ihres Stöffche freuen, denn die jetzt geernteten Äpfel sind die Basis für Hessens Kultgetränk. Deshalb steht für den hessischen Kelterer auch fest: „Äpfel gehören ins Glas". Mit dieser Kampagne beteiligt sich der Verband auch am 3. Hessischen Tag der Nachhaltigkeit am 17. September 2014.
„Eigentlich logisch: Ohne hessische Äpfel kein hessisches Nationalgetränk", sagt Martin Heil, Vorsitzender des Verbandes der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaft-Keltereien e. V. „Wir rufen daher alle Streuobstwiesenbesitzer auf, ihre Äpfel von den Bäumen zu holen und in die Keltereien zu bringen." Dieser Aufruf ist auch Mittelpunkt der Kampagne „Äpfel gehören ins Glas", mit der sich die Mitglieder des Apfelweinverbandes gemeinsam mit der Naturschutz-Akademie Hessen und der MGH GUTES AUS HESSEN GmbH an die Öffentlichkeit und insbesondere an alle Streuobstwiesenbesitzer und -pächter wenden. Denn jedes Jahr bleibt auf den hessischen Obstwiesen wertvolles Erntegut ungenutzt.
„Mit dieser Kampagne setzen wir uns dafür ein, dass möglichst alle der heimischen Streuobstwiesen-Äpfel zu Apfelsaft und Apfelwein verarbeitet werden", stellt Dr. Johanna Höhl fest, Geschäftsführerin der Kelterei Höhl in Hochstadt. „Jeder Apfel zählt." Die Ernte der Äpfel ist wichtige Voraussetzung dafür, dass das wertvolle Kulturgut und der einzigartige Naturraum Streuobstwiese erhalten bleibt.
Klaus-Dieter Kneip von der Rapp's Kelterei betont: „Für eine gute Qualität des Apfelweins ist der richtige Erntezeitpunkt der jeweiligen Apfelsorten entscheidend. Nur reife und einwandfreie Äpfel eignen sich für die Herstellung des Stöffche." Bereits jetzt, zu Beginn der Erntesaison, werden Klaräpfel oder Gravensteiner verarbeitet; diese Sorten haben schon die nötige Süße von mindestens 45 Grad Oechsle Zuckergewicht. Spätere Sorten wie Bohnapfel oder Schafsnase haben erst im Oktober einen ausreichenden Fruchtzuckergehalt ausgebildet und werden entsprechend später geerntet. Acht bis zehn Wochen wird es dauern, bis der erste Apfelwein des Jahrgangs 2014 in Bembel und Geripptes kommen kann. „Die Qualität der Äpfel garantiert uns auch dieses Jahr einen geschmacksintensiven ‚Süßen' sowie einen vollmundig-süffigen Apfelwein", ist sich Kneip sicher.
Die Ernte fällt wie immer regional unterschiedlich aus. „Insgesamt erwarten wir für dieses Jahr aber eine sehr gute Ernte, in manchen Regionen wird der Ertrag sogar doppelt so hoch wie im Vorjahr sein", stellt Peter Possmann fest, Geschäftsführer der Kelterei Possmann in Frankfurt. In den vergangenen Jahren haben die Kelterer ihre Kapazitäten für Obstverarbeitung deutlich ausgebaut. Trotz der großen Ernte halten die hessischen Kelterer die Preise stabil. Damit honorieren die Kelterer die Arbeit der Streuobstwiesenbesitzer – und untermauern ihren Aufruf „Äpfel gehören ins Glas".
3. Tag der Nachhaltigkeit
Am 17. September zeigen zahlreiche Akteure in ganz Hessen, was unter dem Motto „Regional, bewusst und fair: Nachhaltiger Konsum in Hessen" an nachhaltiger Entwicklung in Hessen passiert. Der Verband der Hessischen Apfelwein- und Fruchtsaftkeltereien e. V. beteiligt sich an diesem Aktionstag mit der Kampagne „Äpfel gehören uns Glas". Passend dazu bieten die Mitglieder des Verbands u. a. Keltereibesichtigungen, Pflanzaktionen oder Schau-Keltern an.
Die Pflege der Streuobstwiesen, zu der auch die Ernte gehört, stellt einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz dar. „Für uns als Kelterer ist es Pflicht, uns an diesem Tag zu engagieren", sagt Martin Heil. Denn: „Jede Aktion, die wir Kelterer auf die Beine stellen, dient nicht nur der Steigerung des Apfelweinabsatzes, sondern macht den Verbrauchern auch immer mehr die Bedeutung der hessischen Streuobstwiesen bewusst."